Eines Nachmittags, am Radioteleskop Effelsberg
Vom Besucherparkplatz bis runter auf die Aussichtsplattform sind es glatte 20min
bergab und der Weg zurück nach oben taugt zweifelsohne als moderates Wadentraining.
Von hier aus starten wir die Besichtigung der Forts in Belgien. Die Route
führt uns von hier aus quer durch die Eifel, vorbei an Gemünd am südlichen
Zipfel des Ruhrsees (Urfttalsperre), mitten durch das Truppenübungsgebiet
"Sicherung Vogelsang" auf der B266, passieren Einruhr und das mittelalterlich
verschlafene Monschau und brechen inmitten des hohen Venns zu den Belgiern
durch. Unterwegs besorgen wir uns an einer Tankstelle noch die übliche
1:25.000er Karte und schlagen nach kurzem Vergleich mit den historischen
Kartenmaterial den Weg via Eupen nach Pepinster ein. Trostlose Strassenzüge
begleiten uns in schmutzigem Grau. Selbst das Wetter scheint hier resigniert
zu haben und schleicht bedrückend grau durch menschenleere Häuserfronten.
In Belgien scheint es keine Farbe, kein Besen und erst recht niemand zu geben,
der die vielen in sich zerfallenden Gebäude abreissen will. Eine andere Welt,
in der wir nach dutzenden Kilometern doch einen Farbkleks erspähen: Eine
quitschgelbe Pommes Frites Bude, die kulturelles Zentrum des Landstriches
zu sein scheint. Hier sind Leute und wir stellen uns brav an um zwei dieser
extra dicken Pommes zu ergattern - die waren dann aber auch allerfeinst und wären
allein schon die Tour wert gewesen!
Das Fort Pepinster/Trancemont ergab sich erst einen Tag nachdem die Belgische Armee kapitulierte, am 29.5.1940.
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Weiter geht es durch Häuserschluchten entlang der Straße und wir schauen uns
eine alte Fabrik an, die selbst durch das heutige Grau ihren vergangenen Stolz
erahnen läßt (Foto). Nach einigen Serpentinen erreichen wir dann das Fort Trancremont
und parken. Die Anlage liegt ca. auf Bodenniveau und hat nicht den üblichen
Eingang, sondern lediglich einen schmalen Hohlgang, der sich in Richtung Fort
in den Boden gräbt. Eine Einfahrt ist nicht zu erspähen. Dafür ist das Fort
zu besichtigen steht auf einem großen Schild über dem Eingang - nur eben nicht
heute. Wir umrunden das Fort im Uhrzeigersinn und müßen uns dabei mit teilweise
dichtem Buschwerk herumplagen. Die einzige Erkenntnis die wir dadurch bekommen,
ist, daß das Fort 4 Schenkel statt wie den 3 laut Karte vermuteten hat. Kein
weiterer Eingang an die riesige Anlage. Wir sparen uns die 4 Meter in den Graben
zu klettern um das grasüberwucherte Innenteil zu besichtigen und inspizieren
lieber etwas den Wald hinter dem Eingang nach den Spuren alter Straßen und
einem evtuellem Eingang. Wir finden viele Hinweise wie betonierte Plätze die
heute zugewachsen sind; alte Randsteine verraten ehemalige Wegeführungen; aber
kein Anzeichen einer Zufahrt, sie muß wohl tatsächlich nach dem Bau zugemacht
worden sein und nur dieser Hohlgang für den seriellen Durchmarsch der Soldaten
freigelassen übriggelassen.
Verlassene Fabrik
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Straßenansicht
Fort Trancremont
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Blick zum Haupteingang
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Grabenverteidigung
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Haupteingang
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Wir fahren zurück in Richtung Autobahn und finden unterwegs auf der Karte
noch eine dreieckige Bodenformation auf der Karte. Sie liegt unmittelbar
an der Autobahn und liegt so günstigigerweise direkt am Heimweg. Wir wissen
zu diesem Zeitpunkt noch nicht, das es sich um Fort Battice handelt. Dort
angekommen finden wir die Zufahrt und staunen nicht schlecht wie groß dieses
Fort ist. Der kleine Rundgang reicht kaum, um die zur Autobahn liegende
Seite kurz zu besichtigen, dann machen uns die Lichtverhältnisse einen Strich
durch die weitere Tour.
Die Rückreise treten wir um 22:00 Uhr an. Idealerweise ist die Autobahnauffahrt
keine 100 Meter vom Fort entfernt - sie führt geradewegs mitten vor das Fort und
ist z.Z. nur mit einem Erdwall getrennt. Wie der obere Schenkel eines "T" verläuft
die zivile Straße vor dem Erdwall beiden Seiten weg. Eine bessere Verkehrsanbindung
für ein Fort scheint es auf den ersten Blick im Verteidigungsfall nicht zu geben.
Ausfahrbare Kuppel (Battice)
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Untere Kuppel (Battice)
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