Belgien: 07/1998

Tagestour Juli 1998 nach Belgien

Belgien hatte in den 30ern einige Forts rund um Lüttich gebaut, die aber militärisch nie eine größere Rolle spielten.

Veraltete Merkmale, wie die regelmäßige geometrische Form, prägen das Erscheinungsbild der fast vollständig erhaltenen Forts.


Eines Nachmittags, am Radioteleskop Effelsberg

Vom Besucherparkplatz bis runter auf die Aussichtsplattform sind es glatte 20min bergab und der Weg zurück nach oben taugt zweifelsohne als moderates Wadentraining. Von hier aus starten wir die Besichtigung der Forts in Belgien. Die Route führt uns von hier aus quer durch die Eifel, vorbei an Gemünd am südlichen Zipfel des Ruhrsees (Urfttalsperre), mitten durch das Truppenübungsgebiet "Sicherung Vogelsang" auf der B266, passieren Einruhr und das mittelalterlich verschlafene Monschau und brechen inmitten des hohen Venns zu den Belgiern durch. Unterwegs besorgen wir uns an einer Tankstelle noch die übliche 1:25.000er Karte und schlagen nach kurzem Vergleich mit den historischen Kartenmaterial den Weg via Eupen nach Pepinster ein. Trostlose Strassenzüge begleiten uns in schmutzigem Grau. Selbst das Wetter scheint hier resigniert zu haben und schleicht bedrückend grau durch menschenleere Häuserfronten. In Belgien scheint es keine Farbe, kein Besen und erst recht niemand zu geben, der die vielen in sich zerfallenden Gebäude abreissen will. Eine andere Welt, in der wir nach dutzenden Kilometern doch einen Farbkleks erspähen: Eine quitschgelbe Pommes Frites Bude, die kulturelles Zentrum des Landstriches zu sein scheint. Hier sind Leute und wir stellen uns brav an um zwei dieser extra dicken Pommes zu ergattern - die waren dann aber auch allerfeinst und wären allein schon die Tour wert gewesen!

Zahlen, Daten, Fakten Das Fort Pepinster/Trancemont ergab sich erst einen Tag nachdem die Belgische Armee kapitulierte, am 29.5.1940.

Weiter geht es durch Häuserschluchten entlang der Straße und wir schauen uns eine alte Fabrik an, die selbst durch das heutige Grau ihren vergangenen Stolz erahnen läßt (Foto). Nach einigen Serpentinen erreichen wir dann das Fort Trancremont und parken. Die Anlage liegt ca. auf Bodenniveau und hat nicht den üblichen Eingang, sondern lediglich einen schmalen Hohlgang, der sich in Richtung Fort in den Boden gräbt. Eine Einfahrt ist nicht zu erspähen. Dafür ist das Fort zu besichtigen steht auf einem großen Schild über dem Eingang - nur eben nicht heute. Wir umrunden das Fort im Uhrzeigersinn und müßen uns dabei mit teilweise dichtem Buschwerk herumplagen. Die einzige Erkenntnis die wir dadurch bekommen, ist, daß das Fort 4 Schenkel statt wie den 3 laut Karte vermuteten hat. Kein weiterer Eingang an die riesige Anlage. Wir sparen uns die 4 Meter in den Graben zu klettern um das grasüberwucherte Innenteil zu besichtigen und inspizieren lieber etwas den Wald hinter dem Eingang nach den Spuren alter Straßen und einem evtuellem Eingang. Wir finden viele Hinweise wie betonierte Plätze die heute zugewachsen sind; alte Randsteine verraten ehemalige Wegeführungen; aber kein Anzeichen einer Zufahrt, sie muß wohl tatsächlich nach dem Bau zugemacht worden sein und nur dieser Hohlgang für den seriellen Durchmarsch der Soldaten freigelassen übriggelassen.


Verlassene Fabrik

Straßenansicht
Fort Trancremont

Blick zum Haupteingang

Grabenverteidigung

Haupteingang

Wir fahren zurück in Richtung Autobahn und finden unterwegs auf der Karte noch eine dreieckige Bodenformation auf der Karte. Sie liegt unmittelbar an der Autobahn und liegt so günstigigerweise direkt am Heimweg. Wir wissen zu diesem Zeitpunkt noch nicht, das es sich um Fort Battice handelt. Dort angekommen finden wir die Zufahrt und staunen nicht schlecht wie groß dieses Fort ist. Der kleine Rundgang reicht kaum, um die zur Autobahn liegende Seite kurz zu besichtigen, dann machen uns die Lichtverhältnisse einen Strich durch die weitere Tour. Die Rückreise treten wir um 22:00 Uhr an. Idealerweise ist die Autobahnauffahrt keine 100 Meter vom Fort entfernt - sie führt geradewegs mitten vor das Fort und ist z.Z. nur mit einem Erdwall getrennt. Wie der obere Schenkel eines "T" verläuft die zivile Straße vor dem Erdwall beiden Seiten weg. Eine bessere Verkehrsanbindung für ein Fort scheint es auf den ersten Blick im Verteidigungsfall nicht zu geben.


Ausfahrbare Kuppel (Battice)

Untere Kuppel (Battice)

 

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