Holland/Belgien 1998

Tagestour August 1998 nach Holland & Belgien

Eben Emael, das größte Fort Europas wurde in einem
Überaschungsangriff mit Lastenseglern aus Köln-
Butzweilerhof im zweiten Weltkrieg innerhalb von
15 Minuten (!) "blind und stumm" gemacht. Nach 36
Stunden gaben die 1200 Mann Besatzung auf...

Grauland statt PopKom

Unsere Tour führte uns ersteinmal in das Zentrum von Maastricht mit dem Ziel eine oder mehrere Karten der Umgebung, und damit auch von Eben Emael zu erstehen. Wir parken direkt an der Uferstraße und tauchen in die Fußgängerzone von Maastricht ein. Beim V.V.V. angelangt erstehen wir zwar eine entsprechende Karte, die sich aber über das Fort komplett ausschweigt. Aber immerhin der Ort selbst ist eingezeichnet. Gegenüber des V.V.Vs gibt es wie seit Jahr und Tag noch den superleckeren Softeisstand, und wir machen uns mit je einem wieder in Richtung Auto. Eine kurze Rundfahrt durch Maastricht bis zum Fort am Anfang des St.Pietersberg, dann geht es via Landstraße Richtung Belgien. An der Grenze treffen wir auf ein schönes Schlößchen (siehe Fotos) mit einem Park und einem in den Mergel gehauenen riesigen Weinkeller. Hier kann man herrlich speisen, denn hinter den alten Mauern verbirgt sich ein Gourmet-Tempel!


Maastricht

Kunst im Fenster

Maastrichter Fort

Maastrichter Fort

Das Schloß

Weinkeller


Der Park

Ecktürmchen

Handzettel

Einladung...

Kasematte "Visé 2"

Luftkuppel

"Kuppel 120"

Nicht ohne uns an den wahren Gaumengenüssen Belgiens (Pommes Frittes) zu laben, führt uns unser Weg nun zu der Ortschaft Eben Emael, ein typisches Graulanddorf, mit viel Grau. Aber: Ein Hinweisschild zum Fort gibt es und wir staunen nicht schlecht über den großen Parkplatz dort. Wir parken neben einem Kleinbus, um etwas Schatten zu bekommen und machen uns in Richtung Forteingang auf. Dort am Block I steht ein Belgier, der einer Handvoll Touri's erklärt wann das Fort zu besichtigen ist. Wir bekommen auch einen klitzekleinen Handzettel auf englisch und französisch. Einmal im Monat ist das Fort geöffnet - aber eben nicht heute. Der nette Herr erzählt uns aber, (mit Händen und Füßen) das gerade heute eine deutsche Gruppe hier wäre und eine Spezialführung mache. Er schickt uns geradewegs aufs Fort, um dort bei der Gruppe Einzelheiten (auf deutsch) zu erfragen. Das unscheinbare Schild (siehe Bild) mit dem Stacheldraht am Pfahl irritiert uns zwar etwas, aber er winkt wir sollen gehen. Wir besteigen das Fort und überlegen, wie denn Schilder aussehen, hinter denen etwas wirklich gefährliches liegt!? Wir kommen an Visé 2 und dem Luftschacht vorbei und treffen mitten auf dem Feld an der Kuppel 120 die Gruppe. Der Fremdenführer erzählt im spannungsgeladenen Ton von der Eroberung des Forts und hat nichtmal Zeit uns zu bemerken. Wir beschließen das Fort zu erkunden und marschieren in Richtung der Kuppel Nord, von dort aus zu Visé 1 und Mi-Nord. Überall sind diese Abdrücke der Hohlladungen und da wir das Wort "Hohlladung" zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal kennen, rätseln wir etwas über diese Erscheinung. Unser kleiner Rundgang führt uns dann über Mi-Süd, Maastricht 1 und Block II wieder an den Haupteingang zurück. Das ganze dauert schlappe 3 Stunden und die Hitze hat uns kräftig ausgedörrt. Am Auto erstmal eine Erfrischung und dann fahren wir in Richtung Schleuse, die wir von oben erspäht haben. Nach einem kleinen Erkundungsgang am Albertkanal und einem geschleustem Schiff treten wir den Heimweg an. In Maastricht schnell noch in den McD, der auch 1:1 deutsches Geld nimmt, und dann ab auf die Autobahn...


Blick übers Fort

"Kuppel Nord"

"Kuppel Nord"

"Kuppel 120"

"Eben 2" auf "Mi-Nord"

Versagte Hohlladung

Die technischen Daten des Forts:

Angeblich war Eben Emael seinerzeit das stärkste Fort der Welt. Das 1935 nach 3 Jahren Bauzeit und 24 Millionen Bfrs. Baukosten entstandene Monstrum hat die Form eines Dreiecks mit einer Basis von 800 Metern und Schenkeln von je 900 Metern. Die Oberfläche umfaßt 75ha, das reine Dach (Dreieck) 45ha. Der Graben des Albertkanals ist 65 Meter tief und 1300 Meter lang. Im Inneren gibt zwei Ebenen: Das Ergeschoss, ca. 60 Meter unter der Oberfläche und die Mitteletage mit einem Niveau von 40 Metern u.d.O.

Die Öffnungen des Forts zur Außenwelt wurden in zwei Gruppen unterteilt, in sogenannte Batterien. Die erste beinhaltete die Fern-Artillerie mit den Kuppeln und Kasematten; die zweite umfasste die Nahverteidigung mit den Blocks (Bunker) rund um das Fort.

Batterie I (Fern):
Kuppel 120 mit 2 Geschützen 120mm, rundum drehbar aber wegen dem hohen Gewicht von 500 Tonnen nicht versenkbar. Die Reichweite betrug nur 17,5 Km, was politische Gründe hatte: Um glaubwürdig neutral zu sein, durfte Deutschland nicht erreichbar sein.

Die "Kuppel Nord" und "Kuppel Süd" mit je zwei Schnellfeuergeschützen zu 75mm die rundum drehbar und komplett versenkbar waren. Die Reichweite betrug 11 Km. Weiterhin hatte "Kuppel Nord" einen Ausgang für Infanterie.

Den 4 Kasematten mit je 3 Geschützen zu 75mm mit einem Drehbereich von 70 Grad und einer Reichweite von ebenfalls 11 Km. In Richtung Norden schoßen die beiden Kasematten "Maastricht 1" und "Maastricht 2" und in Richtung Süden "Visé 1" und "Vise 2". Auf "Maastricht 2" liegt zusätzlich die Beobachtungskuppel "Eben 3".

Batterie II (Nah):
Block I, der Haupteingang des Forts.

Block II, am Ende des Wassergrabens an der Westseite des Forts. Hier war einer der drei zusätzlichen Ausgänge für Infanterie.

Kanal Nord, unten auf Kanal-Niveau zur Absicherung Richtung Norden (Kanne). "Kanal Nord" verfügt über einen Notausgang.

Kanal Süd, unten auf Kanal-Niveau zur Absicherung Richtung Süden (Lanaye). "Kanal Süd" verfügt über einen Notausgang.

Block IV, östlich gelegener Bunker am Panzergraben. "Block IV" verfügt über einen Notausgang.

Block V, südlichster Bunker am Panzergraben. Kombiniert mit "Kuppel Süd" und einem Notausgang.

Block VI, 100 Meter neben dem Haupteingang am Ende des Panzergrabens. "Block VI" verfügt über einen Notausgang.

Mi-Süd und Mi-Nord, die beiden Maschinengewehr-Bunker, die die Oberfläche des Forts sichern sollten. Auf Mi-Nord liegt die Beobachtungskuppel "Eben 2" und ein Ausgang für Infanterie.

Block 01, durch einen Tunnel mit dem Fort verbunden, liegt dieser Bunker oberhalb der Schleuse von Lanaye und konnte mit seiner Beobachtungskuppel "Eben 1" das ganze Maastal übersehen. "Block 01" verfügt über einen Notausgang.


Haupteingang
"Block I"

Reste "Kanal Süd"

"Kanal Nord"

Hier wurde
der Kanal...

...vergrößert!

Typ. Höhle

Grenze B/NL

Kanal Süd gibt es heute übrigens nicht mehr. Dort klaft nur noch ein abgeschnittener Gang inmitten des Berges. Der Grund ist einfach: Vor ein paar Jahren hatte man den Albertkanal verbreitert und einige Meter Berg abgeschnitten. Dabei ging dann auch Kanal Süd "drauf".

 

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