JINXED Research

Frankreich: Verdun 1998
Tagestour 9.August 1998 Verdun (Frankreich)

Verdun liegt ca. 50 km südlichwestlich von
Luxembourg und ist als historischer Kriegsschauplatz
(1916) bekannt. Mindestens 28 Forts warten rund
um Verdun nur darauf, erkundet zu werden...

(Text/Fotos: R.Schwienbacher)

 

Neulich, Sonntags vormittag gegen 10:15 Uhr

Gestern waren die Temperaturen auf über 35 Grad gestiegen, aber nichtsdestotrotz ist es an diesem Sonntagmorgen dunsig und keinesfalls heiß. Wir beschließen loszufahren und packen dazu unsere Komplettausrüstung in den Kofferaum. Die Route führt uns via Bitburg, Trier und Luxemburg nach Frankreich. Leider ist mitten in der Eifel die Autobahn "noch nicht fertig", sodass es uns zwischendurch etliche Kilometer auf die Landstraße verbannt. Dabei kreuzen wir den ehemaligen Westwall in der Nähe von Dahlem, von dem noch einige Bunker erhalten und zu besichtigen sind. Über die Landstraße (anstatt über die Autobahn über Metz) ging es dann weiter in Richtung Verdun. Und kaum in Frankreich eingereist, stehen eine ganze Reihe Bunker des Weges; z.B. eine Anlage mit Wasserbunkern sowie ein zweistöckiger Bunker unmittelbar am Strassenrand; weitere stehen in beide Richtungen in Sichtweite in den Feldern (Maginotlinie). Wir parken und gehen kurz um die Wasserbunker herum und nehmen dann den "richtigen" Bunker genauer in Augenschein. Zu unserer Freude hat er nicht nur eine Etage, sondern eine Treppe führt in den Keller, der von der Grundfläche quasi identisch ist. Sogar ein Raum mit Steh-Abort und eine noch tiefer liegende Zisterne sind noch vorhanden. Die Panzerkuppel hingegen wurde "brutal" entfernt.


Neuer Wasserbunker

Alter Wasserbunker

Bunker

Innenansicht

Wandbeschriftung

Kuppel

In Verdun sind wir ca. um 14:00 Uhr angekommen. Nach einer kurzen Besichtigung einer Gedenkstätte haben wir beim "Office de Tourisme" zwei ungeheuer praktische Karten (28Fr und 59Fr) erstanden, die alle Forts und Zitadellen in Frankreich verzeichnen! Nach kurzer Kaffeepause zum Studium des Neuerwerbs ging es dann zuerst zu Fuß zur Zitadelle im Ort. Die Temperatur hat inzwischen wieder die Unerträglichkeitsmarke jenseits 36 Grad erreicht und wir schleichen in dem schmalen Streifen Schatten an den Häuserwänden durch den Ort. Die kurze Stadtbesichtigung ist nicht sehr prickelnd und wir kehren zum Auto zurück um zum Besichtigungseingang der "unterirdischen Zitadelle" zu fahren. Der dort allerdings für den 30minütigen Rundgang verlangte Obulus von 35Fr pro Nase erschien uns unangemessen hoch. Der Eingangsbereich zeigte auch eigentlich bereits genug, von der schönen "multimedialen" Führung durch saubere, akkurat gestrichene Gänge...


Gedenkstätte

Gedenkstätte

Ehrenmal

Verdun

Typ.Straße

Wasserturm

Zitadelle

Wir fahren in Richtung Norden, in den Verduner Wald. Dort "wimmelt" es quasi nur so von Forts, Gedenkstätten, pulverisierten Dörfern, Kasematten und so weiter. Eine Art 20 Quadratkilometer großes Freilichtmuseum, teilweise mit Beschilderung, teilweise aus unserer Karte zu entnehmen. Die erste Besichtungungstour führt uns dann auch erstmal "ausgeschildert" in den Wald und zeigt ein "Blockhaus" und zwei "Casematten". Alle drei Gebäude stehen in einigen hundert Metern Entfernung und haben keinen sichtbaren Eingang. Das zugehörige Fort (Tavannes) im Wald ist laut Karte zerstört und es sind nur noch Erdwälle auf der Karte zu erkennen.


Blockhaus

Casematte 1

Casematte 1

Casematte 2

Nach der Rückkehr folgen wir einen unbeschilderten Waldweg und entdecken nach knapp 100 Metern das Fort, welches zwar schwerste Schäden aufweist, aber noch viele Eingänge, Tunnel und Räume bietet. Unter anderem finden wir zwei Anfänge unterirdischer Gänge, welche wohl u.a. die eben besuchten äußeren Verteigungsanlagen an das Fort anschließen. Da wir nur eine kleine Taschenlampe mitführen und lediglich mit kurzer Hose und T-Shirt bekleidet sind, entscheiden wir uns diese Fortabschnitte "später" mit anständigerem Equipment zu erforschen.


Gefunden!

Äußerer Wall

Eingangstunnel

Ramponiert

Hier entlang...

Typ. Räume

Gang im Boden

Gang im Boden

Umkehrpunkt

Weitere Eingänge

Wir fahren weiter zum öffentlich besichtigbaren Fort Vaux und können dass aber nicht mehr machen, da wir bereits 18:30 Uhr haben. Daraufhin beschließen wir die Restzeit mit einem kurzen Snack und anschließendem Besuch der Gedenkstätte und Fort Douaumont zu verbringen. Der Besuch der örtlichen Fast-Food-Kette gestaltet sich als zeitsparende Lösung - was angesichts der fortgeschritten Stunde auch vonnöten ist. Anschließend besuchen wir das Fort, die Gedenkstätte und diverse Bunker, Gräben etc., die dort im Wald liegen, im Schnelldurchgang.


Schilder

Fort Vaux

Fort Douaumont

Fort Douaumont

Fort Douaumont

130.000 Gefallene

Fort Douaumont

Bombardiertes Fort

Bunker

Laufgang

Die Rückreise treten wir um 21:15 Uhr an. Nichts hat mehr auf und die erste Tankstelle erwartet uns erst in Luxemburg, wo wir endlich Getränke erstehen können. Um 0:20 Uhr sind wieder zurück.

 

Warnung: Die Nachahmung der gezeigten Exkursionen kann Lebensgefährlich sein! Außer den offentsichtlichen Gefahren, wie z.B. extreme Einsturzgefahr, liegt gerade hier im Verduner Wald (= ehem.Schlachtfeld) eine ganz besonders hinterhältige: Granaten mit Phosphor und Phosgen. Auch wir sind NICHT ABSEITS der Trampelpfade durch den Wald marschiert! Von den huntertausenden Granaten waren damals eine sehr hohe Zahl Blindgänger - und mit beiden Stoffen ist überhaupt nicht zu spassen! Phosphor brennt erstklassig ruckzuck die Füße (oder mehr) weg und Phosgen ist ein geruchloses (!), farbloses(!) Gas, welches nach einiger Zeit erst Übelkeit, dann Exitus verursacht...

 

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Acces Interdit
Ob Zaungast oder Prospektionsleiter,
an Ihrer Meinung sind wir interessiert und haben dafür mit dem großen CGI-Klappspaten ein Feedback für unsere Autoren ausgegraben.
 
 
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