Fort des Capucins

Fort des Capucins

Halbinsel Crozon, Frankreich


Umkämpftes Brest

Es ist schon etwas besonderes, was die Franzosen sich haben einfallen lassen, um die Überreste der alten Mauern und Befestigungen zu verbergen: Büsche über Büsche - soweit das Auge reicht - voll dornigem Gestrüps. Doch einmal von weitem an der Küste erspäht, wollen wir diese Halbinsel auch erkunden und so kämpfen wir uns weiter durch das hüfthohe Strauchwerk. Zu allen Überfluß ist das Wetter ist auch nicht gerade das, was ein Standardurlauber erwarten würde. Wind und arg kühle Temperaturen machen unsere Ausrüstung auch nicht leichter als wir endlich an der Küste ankommen. Sofort werden wir mit einer herrlichen Aussicht belohnt, aber leider ist das Fort der Kapuziner noch einige hundert Meter entfernt. Also, ab zurück in die Dornen und dem schmalen zugewucherten Pfad weiter folgen.

Google Luftbild


Fort des Capucins

Der Abstieg

Die Brücke

Die Brücke

Die Freude vor dem Fort angekommen zu sein währt nicht lange, denn als einzigster Zugang dient die alte Brücke und die beginnt überdies erst 50 steile Meter tiefer. Mit Hilfe unserer Bergpickel hangeln wir uns Stück für Stück nach unten, manchmal lohnt es sich halt, die komplette Ausrüstung mitzunehmen. Unten angekommen sehen wir, das der eigentliche Zugang sich hunderte von Metern an der Küste langschlängelt - und das in die andere Richtung. Das heisst, der Rückweg wird ein Spaziergang, der zwar was länger aber auch angenehmer wird.


Der Bau von 1843

Brücke auf Land gesehen

Brüstung

Frontseite

Von dem eigentlichen Fort von 1843 ist wenig erhalten, die Anlage wurde anscheinend nie restauriert. Das gewaltige Felsmassiv in der Mitte der Halbinsel schirmte auf der Landseite das Gebäude sehr gut ab, sodass dieses noch zu bewundern ist. Neben einer Treppe hinauf auf das Felsmassiv, führt eine zweite in das Innere der Insel. Taschenlampen flammen auf als wir vorsichtig die alten Stufen herunterschreiten. Ungefähr in der Mitte der Treppe hören plötzlich die betonierten Stufen auf und das rohe Gestein tritt zutage. Hier kann man prima ausgleiten! Wir schreiten tiefer und nach einigen Metern führen uns dann wieder Treppenstufen weiter. Unten angekommen stehen wir in einer riesigen Halle, links von uns geht ein Raum ab, der aber voller Schutt liegt. Hier könnten wir zwar weiter, aber das Risiko eines weiteren Einsturzes nehmen wir nicht auf uns. Vielleicht mit ein paar Balken zum abstützen - nur haben wir derer keine auf unserem Hinweg gesehen. Evtl. später einmal. Wir gehen weiter und entdecken zwei große Kanonenscharten in Richtung der Seeseite. Alte Beschläge an den Wänden zeugen hier noch von der Abspannung schweren Kriegsgerätes.


Frontseite

Bunkeraufgang

Öse für Kanonen

Unterirdischer Raum

Auf der Rückseite - besser gesagt, der Seeseite - finden wir noch einen weiteren Eingang in den Fels. Auch hier befindet sich eine Kasematte mit Abschußöffnung in Richtung See. Die Betonifizierung sagt uns einwandfrei, das dies erst nachträglich, wie viele andere Anlagen in dieser Gegend auch, geschaffen wurde. Hier baute ein Kriegsherr nach dem anderen auf jeweils ältere Anlagen.


Rückwärtiger Abgang

Kanonongalerie

Wir besichtigen noch die offenstehende Pulverkammer und machen uns dann in Richtung Brücke, die übringens einen noch recht soliden Eindruck erweckte. Linkerhand führt uns dann der richtige Weg (Eselspfad) mit leichter Steigung wieder zurück nach oben an die Steilküste.


Aufgang

Pulverkammer

Abgang in den Fels

Treppe

Warnung: Die Nachahmung der gezeigten Exkursion kann gefährlich sein!

 

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