Bau Nr.12 Stollen C1, Mittelwerk

Mittelwerk

Nordhausen/Niedersachswerfen, Thüringen


Die ehemals größte unterirdische Produktionsstätte in Europa

Bis kurz hinter Kassel kamen wir bequem auf der Autobahn voran. Nun mußten wir auf die Landstraße (B80) hoch bis nach Nordhausen, was sich als sehr zeitaufwendig herausstellt. Unterwegs tauchen wir schon in Thüringen ein, ein Stückchen Geschichte. Herrliche alte Bauten - wie aus einem Märklin-Katalog - ziehen reihenweise an der neu asphaltierten B80 entlang. Manche in Top-Zustand, viele jedoch so baufällig, das man geneigt ist, vorsichtshalber auf die andere Straßenseite auszuweichen. Kurz vor Nordhausen erstehen wir an einer Tankstelle zwei Pläne vom Harz und folgen der Beschilderung zur Gedenkstätte, die recht einfach zu finden ist. Wir parken und machen einen kleinen Rundgang - dabei dokumentieren wir den jetzigen Zustand der beiden ehem. Stolleneingänge "A" und "B" (siehe Fotos unten).

Die Südseite im April 1999:

Der neue "B"-Stollen

Gedenkstätte

Am Kohnstein

Verschütteter A-Stollen

Beim weiteren Rundgang stoßen wir dann auf die geschmackloseste Imbisstube Deutschlands: Mitten im ehem. Lager gelegen hat man seine Aussicht auf ehem. Duschen und das Krematorium, während es heißt: "Mit Ketchup oder Mayo?". Wie kann man hier eine Imbissstube betreiben? Wir brechen beim Anblick dieses Kleinods an Pietätslosigkeit die Besichtigung ab, verzichten auf die Führung Mittelwerk, um solchen Leuten nicht noch Geld zukommen zu lassen, und fahren einmal um den Kohnstein herum, an das andere Ende der Stollen. Diese sind wegen den Tagebau (Anhydrit) nicht mehr zugänglich, lediglich das nebenliegende B12 kann über die Stichstrasse zwischen Nidersachswerfen und Woffleben (L37) erreicht werden.

Die Nordseite im April 1999:

C1-Stollen von B12

Vandalen an C1

D-Stollen von B12

Anfahrtsskizze

Vor dem Berg liegen einige Ruinen ehemaliger Gewerbebauten aus den Zeiten vor der Wende. Wie uns zwei ehemalige Mitarbeiter berichten konnten, lagerte in B12 neben Treibstoffvorrat auch Bananen und Zitronen für höhere Funktionäre. "Es gab alles in der DDR, aber halt nicht für jeden", bekommen wir zu hören - und dabei detailreich geschildert, in welchen Abschnitten von B12 nun welche Luxusgüter gelagert wurden. Inzwischen ist der Zugang mit allerlei halbherzigen Methoden "verbaut" worden. Lediglich der "D"-Stollen wurde sorgsam zugemauert und - wie uns berichtet wird - innerhalb des B12s alle Verbindungen zu diesem Teil der Anlage u.a. mit Stahlbeton versiegelt. Es scheint, als wolle jemand (zum Zeitpunkt der Wende!?) verhindern, dass irgendwas jemals wieder das Tageslicht erblickt. Da früher in dem Teil lediglich Pilze gezüchtet wurden, bleibt offen, was dort verborgen bleiben soll. Beim nächsten Besuch werden wir auf alle Fälle die Meßausrüstung mitbringen, um ein wenig Strahlung u.ä. von außen zu messen. [...]


Aus den oben erwähnten Gründen haben wir keine Führung mitgemacht und zeigen hier dafür aus unserem Archiv einige bisher unveröffentlichte Bilder von B12 und aus dem eigentlichen Mittelwerk im Kohnstein.

Aufnahmen von B12:

Elektrik von B12

Lüftung von B12

Russ. Reste

Die Beleuchtung

Von B12 zum Mittelwerk:

Ehemaliger Verbindungsgang

In den Gang geschaut

C-Stollen zum Mittelwerk

Die andere Seite des Stollens

Aufnahmen Mittelwerk:

Sockel, B-Stollen nähe dem
Durchgang zum C-Stollen

Schrott Flugzeugwerke

Gesprengt

Trafohaus, A-Stollen nähe B11

Verteiler


Traversen

V2-Triebwerk (A4)

Reste im Wasser

Türe im Wasser

V2 Detailaufnahme


V2 von Innen

V2-Triebwerk

V2-Montagehalle

V2-Montagehalle

Schrott überall


Div. Teile

Kabelverteiler

Aufbauten

Maschinenteil

Warnung: Die Nachahmung der gezeigten Exkursionen kann Lebensgefährlich sein!

 

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