200km Gangsystem im St.Pietersberg

St.Pietersberg bei Maastricht

Der Kreidefelsen soll ein Gangsystem von um die
200 Kilometer aufweisen. Wer einmal reingeschaut
hat, zweifelt daran bestimmt nicht mehr...


Zwischen Denkmalschutz und Zementfabrik

Schon vor grauer Vorzeit wurde hier in Maastricht im "Hunnenberg" - so der einstige Name - Mergel abgebaut sowie Gänge und Stollen für die unterschiedlichsten Zwecke in den Berg getrieben. In Kriegszeiten gab es dort sogar eine ganze Infrastruktur mit Lanzarett und Brotbäckerei. Eigentlich, nüchtern gesehn, ist der ganze Berg ein gewaltiger Hohlraum, bei dem nur zwischendrin Wände und Säulen stehengeblieben sind, um den gewaltigen Felsdruck abzufangen. Außer dem Denkmalschutz gibt es hier auch noch eine zweite Lobby: das Zementwerk ENCI, welches sich hier in den Berg frisst und dabei natürlich auch einen guten Teil des Gangsystems mit in Zementsäcke packt... Auf dem obigen Kapitelbild, welches vom Aussichtspunkt am Zementwerk her aufgenommen ist, kann man an der Abbauwand noch deutlich dutzende abgeschnittene Gänge erkennen.


Skizze Gangsystem

Luftaufnahme St.Pietersberg

Karte im Berg selbst

Kartenmontage

Ausschnitt Kapitelbild
(600 kB)

Nach der Ankunft in Maastricht parken wir am Fort und gehen zu dem Cafe auf der gegenüberliegenden Straßenseite, wo auch die Höhlenführungen angeboten werden. Wir erstehen uns zwei Eintrittskarten a´ 5,50 DM (Hier tauschen sie 1:1) und warten am Treffpunkt, einem großen Sonnenschirm, das die Führung beginnt. Trotzdem wir nur das allernötigste wie Taschenlampe, Foto und Video dabeihaben, fallen wir in unserem Outfit noch extrem auf. Um 14:30 beginnt dann die Führung und die Gruppe geht noch 50 Meter den Berg hinab, wo zwischen Hecken versteckt der Eingang in Form einer alten Stahltüre liegt. Wir bleiben ganz hinten und fallen schon wieder auf, weil wir die Taschenlampen an haben. Übrigens werden hier professionelle Petroliumlampen zur Führung verwendet. Die Gruppe geht erstmal ein gutes Stück Gang leicht abwärts in die Tiefe, bevor es losgeht und sich links und rechts Gänge auftun, die wiederum verzweigen und so fort. Ein wahnsinnig großes Labyrith! So ist denn auch die Führerin besorgt und kommt prompt retour, als wir mal 30 Sekunden länger für einige Aufnahmen verweilen.


Gangsystem Nord

Gänge überall...

Bildhauerei

Eingelassene Türe

Brotofen

...


Die Burg

Kleinod

Eingänge...

ENCI-Grube

Maastal

Maastal

Alte Kapelle


Maastrichter
Seite der Grube

Typische Trasse

Becken im Stollen

Abschottung zum
weiteren Gangsystem

Abschottung zum
weiteren Gangsystem

...

Update 01/99: Die Trasse - unterhalb der Zugänge auf dem Kapitelbild - liegt nun weitaus tiefer.

Update 05/99: Die Maastrichter Seite liegt nun tiefer, die Zugänge liegen von der Trasse aus erreichbar (Bild).

Update 08/01: Die Zugänge liegen nun wieder "frei in der Luft" (Bild).

Warnung: Die Nachahmung der gezeigten Exkursionen kann Lebensgefährlich sein! Wie bei allen Bergstollen besteht jederzeit und überall Einsturzgefahr. Der Mergel hat die Eigenschaft in "Platten" abzuplatzen, niemals in kleinen Stücken. Wenn, löst sich eine ganze Schicht ab...

 

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